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Nachruf CZESLAW SLANIA
22. Oktober 1921 – 17. März 2005 |
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In
der Nacht vom Mittwoch dem 16. zum Donnerstag, dem 17. März
hat einer der bedeutendsten Graveure der Gegenwart uns verlassen. Er ist
im Alter von 83 Jahren in Krakau, Polen verstorben.
Czeslaw Slania wurde in Czeladz in der Nähe von Katowice in Polen am 22. Oktober 1921 geboren. Zur Familie gehörte der Vater Ignacy, die Mutter Jozefa, die Schwester Leokadia und Czeslaw. Schon als kleiner Junge beschäftigte sich Czeslaw Slania ununterbrochen mit Entwürfen und Zeichnungen, am liebsten zog er vor, Miniaturen herzustellen. In einer natürlichen Art war er imstande alles was seine Augen aufnahmen wiederzugeben. Er amüsierte seine Freunde mit skizzierten Banknoten , wo er statt Bildnisse alter Männer Gesichter junger Freundinnen zum Vorschein brachte. Beim Kriegsausbruch 1939 wurde der damals 18-jährige Czeslaw Slania ein Partisan und machte im Krieg aktiv beim Kampf gegen die deutsche Besatzungsmacht mit. Nach Ende des Krieges 1945 kam Czeslaw Slania nach Krakau, wo er sich an der Akademie der Künste ausbildete. Czeslaw Slania wählte die graphische Linie und als er 1947 an der polnischen Staatsdruckerei i Krakau praktizierte erhielt er einen Einblick in die berufsmäßige graphische Arbeit. Dieses hatte seine Wahl bei der Sonderausbildung an der Akademie bestimmt. Er studierte Gravierungstechnik, Radierung und Kupferstich. Nach vollendetem Studium wurde Czeslaw Slania eine Arbeit als Graveur an der polnischen Staatsdruckerei angeboten. 1950 hat Czeslaw Slania mit dem stechen von Briefmarken angefangen und war dermaßen damit beschäftigt, daß er erst im Jahre 1953 imstande war, seine Diplomarbeit fertig zustellen.
Er entschloss sich dafür ein historisches Gemälde mit Kriegshandlungen in der Größe einer Briefmarke herzustellen. Czeslaw Slania wählte ein Gemälde eines anerkannten polnischen Künstlers, Jan Matjeko (1853-1893), „Die Schlacht bei Grünwald”, 1410. Es handelte sich um eine Arbeit schwierigster Art und es gelang ihm ein Meisterwerk zu vollbringen. Czeslaw Slania hatte ein lebendiges Kunstwerk geschaffen. Er hat sich demgemäß dann dafür entschlossen, während seiner Freitzeit einen Stahlstich desselben Gemäldes in der Größe von 20 x 11,5 cm auszuführen, und noch einmal stach er den Kriegsschauplatz , eine gigantische Arbeit, für die er 1.400 Stunden benötigte, um sie von Februar 1954 bis Februar 1956 fertig zustellen. IWährend dieser Zeit arbeite er für die polnische Staatsdruckerei , zunächst in Lodz, dann in Warschau, wo er die schwierige Kunst in Stahl zu gravieren erlernte, eine Technik, die höhere Ansprüche stellt, als das stechen auf Kupferplatten. In den Jahren von 1951 bis 1956 hat er 23 Briefmarken für den Polnischen Posten gestochen.
Im August
1956
verließ Czeslaw Slania Polen, um sich in Schweden ansässig
zu machen. Er erhielt einige Aufträge von der schwedischen Post. Er gravierte Sparkassenmarken, eine Radiolozenzgebürenmarke und arbeitete mit Retuschieren. Um etwas mehr zu verdienen fristete er mühsam sein Leben, genau wie viele Einwanderer in Schweden, als Tellerwäscher. Er wurde im Personalrestaurant des Postamtes am Hauptbahnhof angestellt. Mit dieser Arbeit war Czeslaw Slania nichr zufrieden und er bewarb sich mit Erfolg als Stecher in Kanada. Gleichzeitig erkrankte Sven Ewert, Czeslaw Slania wurde sein Stellvertreter und blieb in Schweden. Im April 1960 erhielt er bei der schwedischen Post eine feste Anstellung. Seitdem ist er ein Teil der schwedischen Briefmarkengeschichte gewesen.
Alles in
allem stach er Briefmarken für 31 Länder und den Vereinten Nationen. Czeslaw Slania hat nicht ausschließlich mit Gravierungen gearbeitet. Er skizzierte und malte auch Originale zu Briefmarken und Banknoten. Er hat Banknoten für 10 verschiedene Länder graviert. Er reproduzierte Persönlichkeiten wie zum Beispiel Königin Elisabeth II von England, Königin Silvia von Schweden, Filmsterne wie Brigitte Bardot, Marilyn Monroe und andere. Er stach auch sämtliche Weltmeister im Schwergewichtsboxen von 1889 bis 1964 von John L. Sullivan bis Cassius Clay, Politiker wie John F. Kennedy, Sir Winston Churchill und vielen anderen. Auch wohlbekannte Polen, wie J. Pilsudski, General W. Anders und der Tonsetzer Fredéric Chopin wurde in die Arbeit des Meistergraveurs eingeschlossen. Er schuf auch hervorragende Stiche von seiner Mutter und seiner Schwester und außerdem einige Selbstbildnisse. Zu vermerken ist ein ausgezeichnetes Porträt des verstorbenen Papstes Johannes Paulus II. Czeslaw Slania erhielt viele Auszeichnungen, 1972 wurde er vom schwedischen König Gustaf VI Adolf zum Hofgraveur ernannt. Er war auch Ritter des dänischen Dannebrogenordens und wurde vom Prinzen Rainier III von Monaco geehrt. Er ist mehrmals für „Die schönste Briefmarke des Jahres in der Welt” belohnt geworden. Als die schönste Sportbriefmarke 1954 wurde die polnische Briefmarke in Rimini, Italien, gewählt.
Die Briefmarke „Ballett“ aus Schweden hat in Indien als die schönste Briefmarke der Welt im Jahre 1979 einen Preis erhalten. „Der Spielmann“ von Anders Zorn gemalt, bekam die „Robert Stolz-Trophäe“ 1984 als die schönste Musikbriefmark jenes Jahres. Er ist auch im Guinness Rekordbuch erwähnt.
Czeslaw Slania verwendete viele verschiedene Arbeitmethoden beim gravieren von Briefmarken. Er suchte immer wieder nach neuen Wegen und war erst zufrieden, nachdem er mit den Schwierigkeiten fertig wurde. Zum Beispiel Ätzen und Stahlstich kombiniert. Für Czeslaw Slania wurde die Arbeit immer interessanter, je schwieriger sie wurde. Die „Kunstphilosophie“ von Czeslaw Slania war – „wenn sie kompliziert und schwer duurchführbar ist, dann werde ich es ausführen”. Er war ein großer Spaßmacher. Man muß ein gutes Vergrößerungsglas zur Hand haben, dann kommen originelle, lustige Sachen zum Vorschein. Er zauberte Namen oder Porträts in die Gravierung hinein, welche mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind. Zum Beispiel auf der schwedischen Schilaufmarke „Vasaloppet“ von 1973 steht der Graveur selber in der vordersten Reihe mit zwei Kollegen. Das Gesamtwerk von Czeslaw Slania ist dermaßen umfassend, daß es sich lohnt diese genau zu studieren und seine Briefmarken zu sammeln. Aus diesem Grund sind Vereine und Studiengruppen entstanden, mit der Absicht das Leben und Wirken des Graveurs zu studieren. Als erster Verein wurde in Stockholm, Schweden der „Czeslaw Slania Samfundet“ anlässlich seines 60. Geburtstages 1981 gegründet. „Czeslaw Slania Study Group“ in Milwaukee sah das Licht der Welt im März 1985. Es gibt auch einen dänischen Klub „Danpolphil“ in Kopenhagen und in Jelenia Gora, Polen gibt es außerdem einen mit dem Namen „Stowarzyszenie Czeslawa Slani“. Czeslaw Slania war längere Zeit krank und er starb in einem Krankenhaus in Krakau, Polen, am Donnerstag, dem 17. März 2005 im Alter von 83 Jahren und fast 5 Monaten. Genau am selben Tag, nur fünf Jahre früher (am 17. März 2000), wurde die berühmte schwedische 50 Kronen-Briefmarke herausgegeben – seine tausendste Briefmarke.
Am 24. März 2005 wurde Czeslaw Slania in Krakau beigesetzt. Auf eigenen Wunsch wollte er nur eine recht bescheidene Beerdigung. Von den Familienmitgliedern kamen seine Tochter Olivia und seine Schwester Leokadia. Da Czeslaw Slania Ehrenbürger seiner Geburtsstadt Czeladz war, haben sowohl der Bürgermeister wie auch andere prominente Personen der Stadt teilgenommen. Auch einige Personen der polnischen Briefmarkengesellschaft und Freunde wohnten der Beerdigung bei. Aus Schweden kam Jerzy Krysiak, ein guter Freund von Czeslaw Slania. Alles in allem etwa 50 Personen. Auch wenn der große Meister seine Werkzeuge aus der Hand gelegt hat und keine neuen Meisterwerke den Philatelisten der ganzen Welt in Erstaunen setzen kann, natürlich auch andere, sind wir dafür sehr dankbar, was Czeslaw Slania geleistet hat. Seine Werke werden nie in Vergessenheit geraten. Wir sind viele, die jeden Tag Freude daran haben, beim Anschauen und Studieren der winzigen Papierstücke in der Ecke eines Briefumschlages oder in den Alben, wo sie gesammelt werden. Unsere
Gedanken gehen auch an Czeslaw Slania Tochter Olivia,
Wir,
die Philatelisten und die Freunde der ganzen Welt Ruhe in Frieden |
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29. März,
2005 |
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| Updated: January 21, 2006. Copyright © 2005 by Lars Nyberg All Rights Reserved World Wide |